Die Geschichte von ADHS

Die Geschichte von ADHS

Bereits 1844 beschreibt der praktische Arzt Heinrich Hoffmann die Symptome von ADHS. Er erkennt sie in seinem Sohn und er erfindet auch die Geschichten von Struwwelpeter und Hans-guck-in-die-Luft. Damals wurden die ADHS Symptome aber noch relativ neutral beobachtet und erst einige Jahre später bezeichnete Henry Maudsley unruhige Kinder als krank. 1878 vermutete dann Hermann Emminghaus eine mögliche Vererbung und Degeneration und schon 1908 wurde ihm widersprochen und behauptet, dass der Charakter ein Ergebnis der Erziehung sei. Adalbert Czerny und der Kinderpsychiater August Homburger waren sich fast darin einig, dass falsche Erziehungsmethoden und eine Reizüberflutung die Ursachen für unruhige Kinder seien und ein Wiener Pädiater sah dann 1939 neurotische Unarten als Grund für das auffällige Verhalten . Seitdem gibt es immer wieder Fachleute, die entweder eine genetische Störung vermuten oder die Meinung vertreten, dass ADHS somatisch bedingt ist. Die Positionen könnten nicht gegensätzlicher sein und das gilt auch für die heutige Situation.

Kontroverse Positionen gibt es noch immer

Von einer wertfreien Beobachtung, die beim Vater des Struwwelpeter noch zu sehen ist, war schon einige Jahre später nichts mehr zu beobachten und bereits 1908 bezeichnete man die Auffälligkeiten von ADHS als moralischen Defekt. Erst 1937 erhielt die Krankheit den Namen ADHS und man fand heraus, dass beispielsweise Medikamente einen positiven Effekt auf Betroffene haben und sie beruhigen. 1980 folgte dann die Aufnahme von ADHS in das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, womit weltweilt gültige Diagnosekriterien möglich wurden. 1995 stellte Paul H. Wendler fest, dass ADHS nicht mit dem Erwachsenwerden verschwindet und lediglich die Symptome sich verlagern können.

ADHS als „Modekrankheit“

Seit der Mitte der 1990er Jahre kann man in den Medien einen nicht endenden Hype um ADHS beobachten. Extrem gegensätzliche Positionen werden lautstark vertreten und die Betroffenen werden entweder als dummdreist und faul beschrieben oder als arme, gestörte Menschen bezeichnet. Das Bild das ADHS dadurch in der Gesellschaft erhält, macht es Betroffenen besonders schwer damit zu leben. Nicht jedes faule Kind hat ADHS und nicht jeder ADHSler ist faul – so möchten viele Betroffene und deren Familien den Medien entgegen schreien, doch glücklicherweise erobert  langsam eine andere, produktivere Sichtweise die Vorstellungen der Gesellschaft und die vielen erfolgreichen Verhaltenstherapieansätze werden garantiert auch zukünftig für eine erneute Wandlung der Betrachtungsweise von ADHS beitragen.

Kommentare

  1. colin knutti meint:

    Trifft zu !

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