Hyperaktivität im Kindesalter

Hyperaktivität im Kindesalter

Heute geht man davon aus, dass eine biochemische Funktionsstörung die Ursache für Hyperaktivität ist und das Verhalten der Umgebung diese Störung negativ oder positiv beeinflussen kann. Damit lässt sich bereits erkennen, dass hyperaktive Kinder geboren werden, aber ihre Entwicklung von äußeren Umständen abhängt. Unruhige Säuglinge können ihren Eltern in den ersten Monaten den „letzten Nerv rauben“ und gestresste Eltern reagieren falsch auf die Verhaltensauffälligkeiten ihres Kindes und verstärken damit dessen Unruhe und Hyperaktivität noch zusätzlich.

Klare Grenzen müssen sein

Hyperaktive Kinder kennen kein Halten und ihr ständiger Bewegungsdrang bringt sie dazu über die Maßen hinaus aktiv zu werden. Sie klettern auf Stühle, Tische und sogar Schränke und auf dem Spielplatz ist kein Klettergerüst hoch genug für sie. Ihre Eltern sehen diesen enormen Bewegungsdrang meist skeptisch, denn damit verbunden ist eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr, doch wenn sie übervorsichtig werden, kann die Situation schnell eskalieren. Hyperaktive Kinder brauchen zwar klare Grenzen, doch sie müssen auch ausreichend Gelegenheit haben ihre Energie umzusetzen. Das erfordert ein hohes Maß an „Leidensfähigkeit“ von den Eltern, denn sie müssen ihr Kind stetig im Auge behalten und die abenteuerlichen Klettertouren und rasanten Fahrten mit dem ersten Rad beaufsichtigen. Zu sehr einschränken sollten sie ihr Kind beim Toben draußen aber nicht, dafür muss der Alltag fest strukturiert werden, denn so erhält der Nachwuchs einen festen Rahmen mit Ritualen.

Hyperaktivität als Chance sehen

Kinder, die besonders aufgeweckt und lebendig sind, werden von unserer Gesellschaft schnell als Last gesehen, doch ihre Fähigkeiten können gewinnbringend genutzt werden. Nicht selten sind hyperaktive Kinder sehr intelligent und können Zusammenhänge schnell begreifen, wenn perfekte Voraussetzungen für ihr Lernverhalten geschaffen wurden. Stillsitzen am Tisch ist allerdings der falsche Ansatz, denn die unruhigen Kinder können nicht lange stillhalten und sich dann noch auf eine Aufgabe konzentrieren. Rechnen kann man auch im Laufen und wenn ein hyperaktives Kind in Bewegung bessere Ergebnisse erzielt, warum sollte man dies dann verhindern? Nur unsere starren Normen sprechen gegen Bewegung beim Lernen, obwohl schon die alten Griechen ihren Schülern komplexe Lerninhalte im Gehen vermittelt haben. Hyperaktivität im Kindesalter kann also auch eine Chance sein und muss nicht zwingend zu einem unausgefüllten und ausgegrenzten Leben führen.

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