Warum Ritalin bei Hyperaktivität?

Warum Ritalin bei Hyperaktivität?

Wenn der Arzt Ritalin verschreibt, dann geschieht das in der Regel nicht unüberlegt. Die Nebenwirkungen des Medikaments sind bekannt und natürlich versuchen Ärzte erst alle Alternativen zu Ritalin auszuschöpfen, bevor sie zur „chemischen Keule“ greifen. Ritalin steht zwar seit Jahrzehnten stark in der Kritik, doch in manchen Fällen ist der Einsatz unumgänglich, damit starke Hyperaktivität vermindert werden kann und längere Konzentrationsphasen möglich werden. Zudem wirkt das Medikament bereits eine halbe Stunde nach der Einnahme, während eine Therapie Wochen oder Monate vergehen lässt, ehe eine Verbesserung eintritt, weil erst dann erlernte Verhaltensweisen greifen und Ablenkungen ignoriert werden können.

Wie wirkt das Ritalin?

Ritalin bewirkt im Gehirn eine Überstimulation der Dopamin-, SerotoninNoradrenalinrezeptoren. Sie werden desensibilisiert und das ermöglicht längere Konzentrationsphasen, die ein Erledigen der Hausaufgaben ermöglichen und zudem die körperliche Ausdauer erhöhen. Zwanghaftigkeit und Unruhe lassen nach und Eltern beschreiben häufig, dass sie ihr Kind kaum wiedererkennen, weil es ruhig bleibt und Wutausbrüche in den ersten Tagen mit Ritalin komplett ausbleiben. Die Betroffenen selbst spüren, dass sie plötzlich in der Lage sind Aufgaben zu Ende zu bringen und ihre Konzentration sich bündeln lässt. Sie können sich Anweisungen besser fügen und erledigen Aufträge zuverlässig. Dieses erwünschte Verhalten entspannt die Situation spürbar und das bereits ab der Einnahme der ersten Dosis. Der Effekt der sofort einsetzenden Wirkung lässt Ritalin zu einem Medikament werden, das häufig verschrieben wird, wenn die Situation für alle Beteiligten unerträglich geworden ist. Gleichzeitig kann eine Verhaltenstherapie begonnen werden, bei der die Betroffenen lernen, sich selbst zu beherrschen und dann lässt sich die tägliche Dosis Ritalin in vielen Fällen senken oder das Medikament kann sogar komplett abgesetzt werden.

Die Dosierung muss eingestellt werden

Die Dosierung des Medikaments ist nicht einfach und in der Regel müssen verschiedene Dosierungen ausprobiert werden, bis die kleinste Menge gefunden wird, die die erwünschte Reaktion erzeugen kann. Während dieser Phase und auch wenn die Wirkung der täglichen Dosis nachlässt, kann es zu unangenehmen Situationen kommen, denn der Rebound setzt ein. Die Wirkung des Medikaments lässt nach drei bis fünf Stunden nach und dann verschlimmern sich die Symptome der Störung, was durch eine veränderte Dosierung oder ein anderes Medikament gemindert werden kann.

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