Welche Medikamente bei Hyperaktivität?

Welche Medikamente bei Hyperaktivität?

Hyperaktive Menschen leiden oft extrem unter ihrer eigenen Unruhe. Wenn sie durch eine Verhaltenstherapie allein nicht verringert werden kann, helfen oft nur noch Medikamente. Mit ihnen soll ein einigermaßen normaler Tagesablauf möglich werden, was dem Betroffenem und seinem Umfeld hilft.

Concerta, Ritalin, Medikinet & Co.

Die Wirkungsweise der handelsüblichen Medikamente ist ähnlich. Sie sollen die Hyperaktivität dämpfen indem beispielsweise die Wiederaufnahme von Dopamin verhindert wird und so die Hemmfunktionen des Gehirns wieder vermehrt arbeiten. Methylphendiat, der Wirkstoff  in Ritalin und vielen anderen Medikamenten gegen Hyperaktivität, hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin an den Synapsen. Bei Ritalin setzt die Wirkung schnell ein, allerdings lässt sie auch schnell wieder nach. Medikinet enthält ebenfalls den Wirkstoff Methylphendiat, doch hier wird er nicht komplett sofort freigesetzt, sondern über einen Zeitraum von sechs bis acht Stunden. Auch Equasym gehört zu diesen Retardpräparaten, bei denen der Wirkstoff zeitverzögert freigesetzt wird.
Strattera hingegen enthält kein Methylphendiat, sondern wirkt über Atomoxetin. Dieser Wirkstoff wird eingesetzt, wenn Methylphendiat keine Wirkung erzielen konnte oder das Medikament wegen der Nebenwirkungen gewechselt werden soll. Attentin wird eingesetzt, wenn weder Atomoxetin noch Methylphendiat eine Wirkung erzielt haben. Es hemmt den Noradrenalin-Transport, wodurch es zu einer erhöhten Konzentration im präfrontalen Cortex kommt.

Dosierung und selbstständiges Absetzen

Ritalin und auch Attentin werden wie alle handelsüblichen Medikamente zur Behandlung von Hyperaktivität in geringen Dosen verabreicht, die weiter erhöht werden, bis die gewünschte Wirkung eintritt. Der Körper soll mit der optimalen Menge versorgt werden, aber gleichzeitig nicht zu viel Wirkstoff erhalten, was auch die Nebenwirkungen eindämmen soll. Häufig dauert es einige Wochen bis die optimale Dosis gefunden wurde und es kann sein, dass nach längerer Einnahme die Menge wieder erneut angepasst werden muss, da die Wirkung nachlässt. Ein selbstständiges und plötzliches Absetzen eines Medikaments gegen Hyperaktivität ist nicht anzuraten, denn dadurch werden die Symptome der Störung extrem verschärft.

Ritalin und Co. sind keine Tranquilizer

Methylphendiat ist kein Beruhigungsmittel, sondern wirkt eher anregend. Bei hyperaktiven Personen sorgt es für eine höhere Dopaminkonzentration und damit für eine schnelle Weiterleitung der Reize. Nach der Einnahme von Ritalin können Betroffene sich für die Dauer von etwa drei bis vier Stunden besser konzentrieren und dadurch werden sie ruhiger. Etwa 80 Prozent der behandelten Kinder sprechen auf den Wirkstoff Methylphendiat an und zusammen mit einer Verhaltenstherapie und einem Bewegungstraining können auch langfristig gute Ergebnisse erzielt werden.

Bildquelle: Autor: Speakers; CC

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