ADHS bei Zweijährigen

ADHS bei Zweijährigen

Krankheiten und Störungen lassen sich leichter diagnostizieren, wenn der Betroffene Fragen beantworten kann. Bei Zweijährigen ist das nur sehr eingeschränkt der Fall und wenn es dann um eine psychische Störung wie ADHS geht, sind die Eltern oft hilflos. Betroffene Kinder entwickeln aber nicht pünktlich zum zweiten Geburtstag die ersten Anzeichen, sondern meist lassen sich bereits im Säuglingsalter Symptome erkennen. War das Kind bereits als Säugling ein sogenanntes Schrei-Baby, das sich nur schwer beruhigen ließ, könnte das bereits ein Anzeichen für ADHS sein, aber auch Fachleute brauchen mehr Informationen und Eltern sollten ihre Kinder daher genauer beobachten.

Unruhe, Zappeligkeit und Überempfindlichkeit

ADHSler sind ständig in Bewegung. Sie können sich nur schwer konzentrieren und sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten ihrem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen. Bei Zweijährigen ist ein enormer Bewegungsdrang allerdings normal und daher ist es auch so schwierig, anhand dieser Auffälligkeit eine eindeutige Diagnose zu stellen. Betroffene Kinder lassen sich auch nur schwer beruhigen und sie rutschen auf ihrem Stuhl ständig unruhig hin und her. Die Konzentrationsfähigkeit ist im Vergleich zu Gleichaltrigen gering und sie können sich nicht einmal wenige Minuten für eine Sache „begeistern“. Mit Laufen, Trommeln, Stampfen, Hüpfen und ständigem Reden suchen sie neue Reize und sie reagieren sehr impulsiv. Wutausbrüche wegen einer Kleinigkeit sind bei ihnen normal und schon in Alter von zwei Jahren finden sie sich in fremden Räumen schnell zurecht und zeigen nicht die typische Scheu ihrer Altersgenossen.

Eltern im Dauereinsatz

Eltern von Zweijährigen mit ADHS brauchen besonders viel Energie und gleichzeitig Gelassenheit. Ihr Nachwuchs bringt sie mehrmals täglich an ihre Grenzen und diese enorme Belastung bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Gestresste und schlecht gelaunte Eltern, die sich mit ihrem lauten Kind nicht mehr an die Öffentlichkeit wagen, bewirken allerdings eine Verstärkung der Symptome und damit noch mehr Stress. Damit zweijährige ADHSler ruhiger werden können, muss ihr Umfeld gelassen reagieren und konsequent bleiben. Struktur im Alltag und eine konsequente Erziehung können ADHS zwar nicht heilen, doch sie schaffen eine Umgebung, in der sich betroffene schwer erziehbare Kinder gut zurechtfinden können. Feste Rituale am Morgen und am Abend helfen dem Kind dabei, sich auf eine kommende Situation einzustellen und ein einigermaßen gleicher Tagesablauf hilft ihnen zusätzlich dabei, ruhiger zu bleiben.

Bildquelle: Autor: George Keith; CC

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