Erziehung oder Gene als Ursache für ADS?

Erziehung oder Gene als Ursache für ADS?ADS stellt Betroffene, ihre Angehörigen, das soziale Umfeld aber auch Ärzte immer wieder vor neue Herausforderungen. Der Alltag mit einem Kind, das an ADS leidet, ist kompliziert, bedarf einer genauen Planung und ist von immer wieder auftretenden Rückfällen und Rückschlägen geprägt. Noch sind sich Mediziner nicht einig, welche Ursachen ADS zugrunde liegen. In der Medizin hat sich inzwischen die Erkenntnis etabliert, dass bei ADS meist ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren vorliegen muss.

Derzeit gehen Mediziner davon aus, dass neben genetischen und neurologischen Faktoren auch allergische Reaktionen eine Hirnschädigung, zum Beispiel eine mangelnde Durchblutung bestimmter Gehirnregionen, ein geringes Geburtsgewicht, konstante Reizüberflutung oder ein Mangel an geistiger und motorischer Anregung für ADS ursächlich sein können. Auch ein mangelhaftes Zusammenspiel der Rezeptoren im Gehirn wird als Teil der Ursachen für ADS nicht ausgeschlossen. Dafür, dass ADS genetische Ursachen hat, spricht zudem die Beobachtung, dass die Veranlagung zu ADS oft innerhalb der Familie weitergegeben wird. So merken Eltern oftmals, dass ihr Kind die gleichen Beschwerden und ein identisches Verhalten besitzen, wie sie selbst als Kind. Auch konnte beobachtet werden, dass ADS oft auch bei Geschwisterkindern auftritt.

Zugleich wurde festgestellt, dass extreme Überforderung, gepaart mit einem Mangel an Tagesstrukturen, vor allem sensible Kindern schadet. Sicher ist, dass für Betroffene ein geregelter Tagesablauf, klare Alltagsstrukturen und feste Regeln ebenso wichtig sind, wie die Möglichkeit, sich konstruktiv austoben zu können. Aus diesem Grund sind Bewegungs- und Verhaltenstherapien oftmals Bestandteil einer nicht-medikamentösen Behandlung von ADS. Viele der bewegungstherapeutischen Maßnahmen sind kostenintensiv und werden von den Krankenkassen nicht bezahlt, stellen also individuelle Maßnahmen der Eltern da.

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