ADHS – Jäger und Sammler

ADHS - Jäger und Sammler

Solange „anders sein“ als negativ und damit unerwünscht betrachtet wird, haben Menschen mit Aufmerksamkeitsstörungen ein zusätzliches Problem, das ihnen und anderen das Leben schwer macht. Von diesem Grundsatz geht auch Thom Hartmann aus, der das Buch Eine andere Art, die Welt zu sehen geschrieben hat. Er stellt darin eine interessante Theorie auf, die Betroffenen und ihrem Umfeld eine völlig andere Sichtweise aufzeigt.

Die Nachfahren der „Hunter“ haben Anpassungsprobleme

Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler und damit waren damals andere Voraussetzungen und Fähigkeiten für das Überleben wichtig als heute. Die „Hunter“ waren ständig Gefahren ausgesetzt und impulsives Handeln und hyperfocusieren auf ein Ziel waren für sie unerlässlich. Während der Jagd mussten sie sich ganz auf die momentane Tätigkeit konzentrieren und das über einen langen Zeitraum, alles andere trat in den Hintergrund. Impulsiv und schnell mussten unsere Vorfahren auf Gefahren reagieren können, da das eigene Leben auf dem Spiel stand. Der Autor Thom Hartmann geht nun davon aus, dass ADHSler direkte Nachfahren der Jäger und Sammler sind und daher deren Fähigkeiten verstärkt in sich tragen. Sie müssen in der modernen Welt ständig nach Möglichkeiten suchen, die sie ihre Fähigkeiten einsetzen lassen und das führt unweigerlich zu Anpassungsproblemen. Sie wollen anerkannt werden und nicht ständig „anecken“.

Bei „gesunden“ Menschen ist der Hunter verkümmert

Die Jäger und Sammler-Theorie von Thom Hartmann geht davon aus, dass heute als gesund bezeichnete Menschen die Fähigkeiten der Hunter verkümmern ließen und sie sich dem Dasein als sesshafte Farmer angepasst haben, während ADHSler noch immer die ausgeprägten Talente und Voraussetzungen der Hunter in sich tragen. Daher kommen sie weniger mit Phasen zurecht, die einen Farmer auszeichnen, der ja lange Wartezeiten von der Aussaat bis zur Ernte überbrücken und eher monotone Arbeiten erledigen muss. Der Jäger hingegen muss schnell erfassen und in Sekunden reagieren, was völlig andere Herangehensweisen ermöglicht und in unserer Gesellschaft immer wichtiger wird. Viele Unternehmen suchen gezielt Hunter, denn zusammen mit den Farmern können sie nutzbringende Lösungen entwickeln, die ein Farmer allein nicht erschaffen könnte. ADHSler sind laut Hartmann nicht krank oder gestört, sie sind anders und ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Diese Sichtweise hilft Betroffenen und ihrem Umfeld eine neue Lebensvorstellung zu entwickeln, die die Situation entspannter werden lässt, da beide Seiten begreifen können, dass sie gleichermaßen wertvoll sind.

Kommentare

  1. Ich kenne diese Seite nicht,aber der erste Eindruck ist schonmal nicht schlecht.ich hatte eine Hausaufgabe in Geschichte auf über sammler und jäger.und es war auch nicht so schwer wie Wikipedia.die Begriffe sind hier viel einfacher,für Kinder.also aufjedenfall empfehle ich kein Wikipedia! Ich würde gerne einmal wieder vorbeischauen 🙂 lg

  2. David Rümmler meint:

    Ich hab das Buch noch nicht gelesen, und vielleicht steht das auch so drin, aber ich stimme mit dem Geschriebenen überein und man kann diesen Gedanken ja noch fort führen: damals war es halt nun mal wichtig, dass man jedes Geräusch mitbekommt. Wenn sich zum Beispiel ein Wolfsrudel oder so an schlich, dann musste man das sofort hören, wenns im Unterholz knackte…“normale“ Menschen heute würden das erst viel später mit bekommen und dann wäre es womöglich schon zu spät. Und damals wäre ADHS auch kein Nachteil gewesen, denn da gabs noch nicht so viele Menschen, Autos, Musikanlagen, Kirchenglocken… XD Und normalerweise wird ADHS durch die natürliche Auslese ja ausgemerzt Lebewesen, welche besser an die neuen Gegebenheiten planzen sich halt eher/öfter fort, da sie halt besser mit der Umwelt zurecht kommen. Ich schätze mal, dass es bis zum 19 Jahrhundert viel mehr „Hunter“ gab. (Industrialisierung, Bevolkerungs- und Städtewachstum). Wir ADHS Menschen werden aber jetzt durchgeschleift.

    Könnte man das nicht einfach an indigenen Völkern (zb. den Regenwaldbewohnern in Brasilien) nachweisen? Die müssten ja dann zu einem sehr großen Teil „ADHS“ haben.

    Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Kommentar ab geben…das alles kam mir aber beim Schreiben in den Sinn und aus mir raus gesprudelt. XD

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