
von Klaus-Henning Krause
Wenn der Bub zur Schule ging,
stets sein Blick am Himmel hing.
Nach den Dächern, Wolken, Schwalben
schaut er aufwärts allenthalben:
vor die eig´nen Füße dicht,
ja, da sah der Bursche nicht.
Auch im Klassenraum, welch Grauen
alles andere mag er schauen
als das, was an der Tafel steht;
man hält ihn deshalb für recht blöd.
Die Aufmerksamkeit ist denkbar schlecht,
motorisch macht er's auch nicht recht:
"Ob Ihr Kind in Zukunft still
im Klassenraum wohl sitzen will?"
Also fragt sehr ernsten Tones
der Lehrer die Eltern dieses Sohnes.
Doch die Mutter blickt nur stumm,
verzweifelt auf dem Pult herum.
Der Vater ist gar zornig sehr
und schimpft zu Hause immer mehr.
Doch der Lümmel hörte nicht,
was zu ihm der Vater spricht.
Er gaukelt und schaukelt
er trappelt und zappelt
in der Klasse hin und her.
"Junge, das mißfällt mir sehr!"
Seht, Ihr lieben Lehrer, seht,
wie's dem Schüler weitergeht.
Irgendwann treibt er's zu bunt
und zerstört Euch Eure Stund´.
Und höret nur, wie bös er war,
er spuckte nach den Ander´n gar.
Als die Mutter kommt nach Haus,
sieht ihr Sohn ganz traurig aus.
Man hat ihn einfach heimgeschickt,
nun sind alle ganz geknickt.
Mutter und Vater, die schreien
gar jämmerlich zu zweien,
"Herbei, herbei, wer hilft geschwind?
Die Chancen schwinden für unser Kind!"
Zum Arzt muß Filius nun herein,
der kennt die Gründe aller Pein,
er gibt ihm wirksame Arznei,
und Zappeln und Träumen sind vorbei.