Hyperaktive Kinder selbstständig erziehen

Hyperaktive Kinder selbstständig erziehenHyperaktivität – eine ärztliche Diagnose, die für viele Mütter und Väter endlich Licht in jenes Dunkel bringt, welches durch das bisher unerklärlich „hibbelige“ Verhalten ihres Sohnes/ ihrer Tochter entstanden war.

Retalin, Therapeut oder spezielle Erziehung – das ist die Frage

Endlich wissen sie, was ihr Kind hat – nämlich eine meist angeborene Hyperaktivität, welche in der Majorität nicht auf falsche Erziehung zurückzuführen ist. Um diese Störung zu therapieren, verschreiben viele Ärzte das inzwischen recht umstrittenene Retalin. Völlig unabhängig davon, ob sich Eltern nun zu dieser Medikamentierung entschließen oder nicht, sollten sie wissen, dass sie dem Kind auch mit einer auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten hyperaktiver Kids zugeschnittenen Erziehung helfen können – und nicht unbedingt die Hilfestellung eines professionellen Therapeuten benötigen.

4 goldene Regeln für die Erziehung der „Hypies“

Hyperaktive Kinder selbstständig erziehen – das ist Eltern also durchaus möglich. Eigentlich gilt es nur, ein paar Grundregeln zu beachten, aus denen sich dann die richtigen Erziehungshandlungen wie von selbst ergeben.

– Regel 1: Nehmen Sie das hyperaktive Verhalten Ihres Kindes an und versuchen sie nicht, es ihm systematisch abzuerziehen. Das funktioniert erstens nicht – und zweitens reiben Sie sich damit nur unnötig auf.

– Regel 2: Kritisieren Sie Ihr Kind nicht für sein unruhiges und störendes Benehmen, sondern reagieren Sie am besten gelassen oder gar nicht. Es sollte nicht vergessen werden, dass der Sprössling sich nicht vorsätzlich hyperaktiv gibt, sondern ganz im Gegenteil für sein Aufmerksamkeits-Defizit kein bisschen verantwortlich ist.

– Regel 3: Denken Sie immer daran, dass ein hyperaktives Kind meist nur eine Information erfassen und daher kaum zwei Handlungen parallel ausführen kann. Vermeiden Sie also Überforderungen durch zwei gleichzeitig zu erledigende Arbeits-Aufträge – und achten Sie außerdem immer auf eine möglichst konkrete Formulierung.

– Regel 4: Werfen Sie Ihrem Sohn / Ihrer Tochter nicht vor, er / sie sei endlos unordentlich, sondern versuchen Sie lediglich, das Durcheinander durch regelmäßige Aufforderung zum Aufräumen in Grenzen zu halten. Ein hyperaktives Kind hat nämlich seine ganz eigene Ordnung, ohne die es sich höchst unglücklich fühlt.

Kommentare

  1. Im Grunde ist es ein starkes Stück, grundsätzlich so zu tun, als sei für Eltern hyperaktiver Kinder alles „unerklärlich“ und als würde sie die „Diagnose ADHS“ quasi vor dem Untergang retten.
    DIAGNOSE heißt auf Deutsch: DURCHBLICK.
    Wo ist denn der ???
    Wo sind denn die konkreten, praktischen Problemlösungen?
    Nur aus allem, was man selber nicht kann, einen Defekt, eine Abnormität, eine Krankheit anderer zu machen, ist das nicht eine arg scheinheilige Lösung?
    Ich habe vor 35 Jahren schon a) auf dem Sonderpäd.Kongress und b) in der ZHeilpäd., später auch c) in der neuen Ich-kann-Schule eine konkrete, praktische Lösung durch AUTOSUGGESTION in Coué-Qualität berichtet – den Wandel vom Zappel-Peter zum Gentleman.
    Für das gute Ergebnis war es sinnvoll, die üblichen ErDRÜCKungsversuche zu unterlassen, die die Pädagogik Er“zieh“ung nennt. Statt das Kind immer wieder in Schablonen drängen zu wollen, wurde etwas Entscheidendes für sein Persönlichkeitswachstum getan.
    Und es gibt da eine allgemeine Regel für gute Pädagogik in der Ich-kann-Schule: „Probiere das, was du mit dem Kind vorhast, erst mit deinem Chef aus!“
    Außerdem zeugt es von einer gewissen Intelligenz, wenn man von anderen nicht etwas verlangt, was man selber nicht kann, nicht lernen will und noch nie getan hat.
    Eenn sich die Pädagogik etwas mehr der wiurklichen Wirklichkeit nähern würde, könnte das so manche Hyperaktivität überflüssig machen.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

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