Hyperaktivität im Alter

Hyperaktivität im Alter

Hyperaktivität begleitet Betroffene ihr ganzes Leben, doch nicht immer wird bereits in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter auch die korrekte Diagnose gestellt. Betroffene begleitet seit frühester Kindheit aber das Gefühl anders zu sein und sie haben in vielen Lebensbereichen Probleme, die sie bei anderen nicht beobachten. Da das hyperkinetische Syndrom vererbt werden kann, sind auch häufig die Nachkommen eines Betroffenen auffällig und wenn dann eine sichere Diagnose von einem Facharzt erfolgt, gehen auch Erwachsene selbst zum Psychiater und nehmen Hilfe in Anspruch.

Die Anzeichen verlagern sich

Während bei Kindern vor allem plötzliche Wutausbrüche und ein nervöses Rutschen auf dem Stuhl besonders auffällig sind, ändern sich bei Erwachsenen die Symptome. Sie können ihren Alltag nicht planen, vergessen häufig wiederkehrende Kleinigkeiten und wechseln oft den Job, weil sie ständig unruhig sind und einen immensen Tatendrang verspüren. Die Selbstbeherrschung ist ein Dreh- und Angelpunkt bei Hyperaktivität und häufig werden die Symptome im Alter wieder deutlicher, während in den jungen Erwachsenenjahren weniger davon zu spüren ist. Ältere Menschen neigen dazu, sich weniger Gedanken um die Reaktionen ihrer Umwelt zu machen und leben ihre Gefühle offener aus, was zu dieser Verschiebung der Symptome führt.

Psychische Störungen lassen sich in jedem Alter behandeln

Eine Verhaltenstherapie kann in jedem Alter begonnen werden und sie erzielt in der Regel schon innerhalb kurzer Zeit eine positive Wirkung. Wichtig dabei ist allerdings, dass der Betroffene etwas ändern will, denn ohne den eigenen Willen greifen die Maßnahmen nicht. Ein strukturierter Tagesablauf hilft allen Patienten, die mit Hyperaktivität zu kämpfen haben und Erwachsene sind zudem gut in der Lage zusammen mit einem Therapeuten eigene Strategien zu entwickeln. Eine therapeutische Behandlung umfasst alle Lebensbereiche und kann die Symptome der Hyperaktivität so mindern, dass ein fast normaler Lebensstil erreicht werden kann. Nur in besonders schweren Fällen müssen Medikamente die Therapie unterstützen. Vor allem Antidepressiva werden dann verordnet, denn viele Medikamente, die bei Kindern gegen Hyperaktivität eingesetzt werden, haben keine Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen. Betroffene müssen daher damit rechnen, dass sie ihre Medikamente selbst bezahlen müssen, da die Kassen hier nicht alles übernehmen können. Die Behandlung von Hyperaktivität lohnt sich aber in jeder Altersklasse, denn wenn die Symptome gemildert oder sogar komplett unterdrückt werden können, steigt die Lebensqualität spürbar an.

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