Hyperaktivität und Alkohol

Hyperaktivität und Alkohol

Alkoholabhängige Menschen, die einen Entzug machen, werden zu Beginn ihrer Therapie verschiedenen Tests unterzogen und auch Hyperaktivität und ADHS stehen auf der Liste. Viele fragen sich, welche Gründe dafür vorliegen und nur wer die Situation genau betrachtet, kann verstehen  warum Hyperaktivität und Alkohol vor allem bei Erwachsenen oft zusammen zu finden sind.

Konzentrationsförderung vs. Suchtgefahr

Bei hyperaktiven Personen wirkt Alkohol in geringen Mengen positiv. Sie werden leistungsfähiger, können sich besser konzentrieren und wirken ruhiger. Da diese Wirkung hyperaktiven Menschen das Bestehen im Alltag erleichtert, versuchen viele Betroffene sich selbst zu therapieren. Die Hyperaktivität kann also kurzfristig mit Alkohol vermindert werden und viele Betroffene versuchen sich mit dieser Selbstmedikation dauerhaft zu helfen. In den ersten Wochen und Monaten werden sie auch gute Ergebnisse erzielen, denn der Alkohol dämpft die Symptome und die Betroffenen werden ruhiger, wirken ausgeglichener und können sich auf Aufgaben besser konzentrieren. Dabei vergessen sie allerdings die Suchtgefahr und das Problem, dass die Mengen gesteigert werden müssen, um die gewünschten Resultate zu erzielen. Die Gefahr alkoholabhängig zu werden, wird bei hyperaktiven Menschen dadurch erhöht und aus diesem Grund wird bei einem Entzug auch auf die Störung getestet.

Studien belegen die Gefahr

In den USA wurden zwei Studien veröffentlicht, die sich mit Hyperaktivität und Alkoholgenuss bei Jugendlichen beschäftigen. Junge Menschen, die unter Hyperaktivität leiden, haben häufig schlechte Noten und es gibt auch oft Streit mit Freunden und der Familie. Der Griff zur Flasche scheint dann eine perfekte Lösung und man stellte fest, dass Jugendliche mit der Störung etwa zehnmal häufiger zum Alkohol greifen als ihre gesunden Altersgenossen. Im Schnitt gaben die befragten Jugendlichen mit Hyperaktivität an, dass sie sich etwa 12 – 14 mal im Jahr betrinken, während ihre Altersgenossen, bei denen man keine Störung festgestellt hat, nur zwei Mal im Jahr zur Flasche greifen. Natürlich sind nicht alle Jugendlichen und Erwachsenen, die unter Hyperaktivität leiden, auch von Alkoholproblemen betroffen, doch die Studien zeigen, dass die Gefahr eindeutig größer ist. Der Grund dafür liegt sicherlich in den problematischen Lebensumständen, denn wenn Konzentration und Ruhe nicht zu erreichen sind, wird der Alltag schwierig und Frustration macht sich breit. Daher ist ein Erforschen der Probleme unumgänglich und wer sich im Alltag nur schwer zurechtfindet, sollte den Gang zum Facharzt eher in Betracht ziehen, als den Griff zur Flasche.

 

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