Hyperaktivität und Hochbegabung

Hyperaktivität und Hochbegabung

Hochbegabung und Hyperaktivität schließen sich nicht aus, auch wenn auf den ersten Blick die meist schlechten Noten etwas anderes vermuten lassen. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn hyperaktive Menschen sind öfter hochbegabt, doch ihre Begabung wird durch die mangelnde Konzentrationsfähigkeit überlagert und somit nicht erkannt. Zudem sind die Reaktionen bei Unterforderung ähnlich wie bei Hyperaktivität und das führt auch dazu, dass Fachleute den Unterschied nicht immer sofort erkennen.

Die Anzeichen werden überlagert

Hyperaktive Menschen können sich nicht lange auf eine Aufgabe konzentrieren und ihre Leistungen sind daher schlechter als die in ihrem Umfeld. Auch bei hochbegabten Personen findet man häufig extrem schlechte Noten, weil sie sich unterfordert fühlen und mit ihren Aufgaben langweilen. Wenn nun Hyperaktivität zusammen mit Hochbegabung auftritt, neigen auch viele Experten dazu die Hochbegabung zu übersehen, weil die Symptome der Hyperaktivität deutlich hervortreten. Unruhe, Konzentrationsprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen und eine Leistungsverweigerung sind die natürlichen Folgen von Hyperaktivität und die innere Unruhe verhindert sogar das Bewältigen einfacher Aufgaben. Personen, die unter der Störung leiden, werden dann schnell als unterdurchschnittlich intelligent abgestempelt und weitere Tests oder Untersuchungen stehen nicht auf dem Therapieplan. Durch die ständige Unterforderung werden die Symptome von Hyperaktivität aber auch in der Therapie nicht besser und dann stehen Eltern oder Betroffene völlig isoliert da.

Psychosomatische Beschwerden und die Flucht in eine Traumwelt als Folge

Häufig halten sich hyperaktive Kinder und Erwachsene für Versager. Sie gleiten in eine Traumwelt und entziehen sich der Realität, wo immer sich eine Möglichkeit bietet. Ihre besondere Intelligenz kann ihnen nicht helfen, solange die Symptome der Störung nicht bekämpft werden und das auf umfassende Weise. Eine gut abgestimmte Verhaltenstherapie kann eine Situation schaffen, in der die Intelligenz wieder „verfügbar“ gemacht werden kann und die Betroffenen berichten, dass sie plötzlich klar sehen und keine Milchglasscheibe mehr ihre Sicht trübt. Auch Stimulanzien tragen in einigen Fällen dazu bei, dass die Hochbegabung hervortritt und erkannt werden kann. Merkfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit und auch die emotionale Steuerung werden so verbessert, dass die Hochbegabung sichtbar wird und erst dann lassen sich die Anforderungen auf die Bedürfnisse des Hochbegabten mit Hyperaktivität zuschneiden. Häufig vergeht bis zu diesem Schritt aber viel Zeit und Betroffene müssen vor allem Geduld und Ausdauer mitbringen.

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