Hyperaktivität – warum Ritalin keine Lösung ist

Hyperaktivität  - warum Ritalin keine Lösung ist

Unsere Gesellschaft legt viel Wert auf Kontrolle. Alles muss in geregelten Bahnen verlaufen, man selbst will nicht auffallen und Probleme werden gern kaschiert, damit man nicht ungewollt Aufmerksamkeit auf sich zieht. Bei Krankheiten sollen Medikamente möglichst schnell und umfassend helfen und wer eine Grippe hat, vertraut lieber auf Tabletten als sich einige Tage auszukurieren. Auch bei Hyperaktivität ist der Griff zu Medikamenten eine scheinbar gute Lösung, denn die Betroffenen werden ruhiger und fallen damit im Alltag nicht mehr negativ auf. Doch Ritalin und Co. vermindern nicht nur die Symptome, sondern sie haben auch viele, oft schwerwiegende Nebenwirkungen.

Schläfrigkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit & Kopfschmerzen

Die meisten Medikamente können Nebenwirkungen haben und auch Ritalin hat nicht nur eine positive Wirkung. Neben Schwindel, verschwommenem Sehen und Kopfschmerzen können Appetitlosigkeit und sogar Herzrasen auftreten und auch Schlafstörungen oder Erbrechen und Muskelzuckungen hat man bereits beobachtet. Vergleicht man nun die Symptome der Hyperaktivität mit den Nebenwirkungen von Ritalin, wirkt es fast als tausche man einfach die vorhandenen Probleme gegen andere aus. Da Hyperaktivität sich auch ohne Medikamente meist gut behandeln lässt, ist Ritalin tatsächlich keine Lösung, auch wenn Verhaltenstherapien und andere Maßnahmen nicht so schnell greifen, wie die Einnahme von Medikamenten.

Langzeiterfolge sollten das Ziel sein

Wer Hyperaktivität schnellstmöglich in den Griff bekommen will, greift gern zum Medikament, doch damit wird das Problem nicht gelöst, denn die Symptome werden lediglich unterdrückt und nicht behandelt. Häufig verstärken sich die Symptome sogar noch in Zeiten, in denen die Wirkung von Ritalin nachlässt und dann wird aus hyperaktiven Personen zeitweise ein echtes Nervenbündel. Verhaltenstherapien können zwar nicht von einem Tag auf den anderen sichtbare Verbesserungen bringen, doch sie sind wesentlich besser geeignet um die Symptome dauerhaft zu bekämpfen. Wer sich ein Umfeld schaffen kann, in dem Ablenkungen minimiert wurden und gleichzeitig durch Struktur im Alltag für eine bessere Bewältigung der Aufgaben sorgen kann, verändert sein Leben unabhängig von Medikamenten und deren Nebenwirkungen. Eine solche Veränderung braucht zwar Zeit und besonders in den ersten Wochen werden nur kleine Erfolge sichtbar, doch der Körper lernt sich selbst zu beherrschen ohne dafür chemische Substanzen zu benötigen, die Symptome nur für einen bestimmten Zeitraum unterdrücken.

Kommentare

  1. In der neuen Ich-kann-Schule akzeptiere ich Ritalin & Co., wenn der Arzt, die Lehrer, die Eltern und alle beteiligten erwachsenen dieselbe Dosis nehmen wie das Kind. Das ist nörig, damit sie endlich mal aus der Praxis mitreden können.

    Es ist ja schon kennzeichnend, dass wir bei ADHS von einem SYNDROM sprechen. Griech. SYNDROMOS heißt: der Zusammenlauf.
    Wenn also soviel zusammengekommen ist, dass keiner mehr Lust hat, genau zu untersuchen, dann benutzt man nicht dass allgemein verständlich Fremdwort CHAOS dafür sondern man nimnmt ein unbekanntes und dann meinen alle Unwissenden, jetzt habe man etwas Konkretes gefunden. ich würde so etwas eher als Täuschungsmanöver einstufen.

    Als Ich-kann-Schule-Lehrer war mir immer klar, dass allein UNTERRICHT ein höchst vernünftiger und verstebarer Grund ist, mindestens hyperaktiv zu werden. Er ist doch allzu oft zum Davonlaufen. Unterricht richtet nach unten; solch plumpe Behandlung kann sich GEIST nicht gefallen lassen. Makabrerweise beobachtet man immer DRUCK, wenn in der Pädagogik Probleme gelöst werden sollen. DRUCK komprimiert aber Mensch + Problem; das ist das exakte Gegenteil von LÖSUNG.
    Wenn ich einen Stein auf den Rasen lege, geht das Gras darunter ein. Ein Stein auf der Seele wirkt nicht weniger vernichtend.
    Es ist doch wohl verständlich, dass die Seele bei solcher Misshandlung nicht still und fröhlich dahinstirbt.
    Warum nur akzeptiert die Pädagogik so gar keine RE-aktionen auf ihre AKTIONEN???
    Es gibt allzu vieles, was sie allzu plump einfach beiseite schiebt und ignoriert. Erst sind die störenden Kinder böse. Wenn diese Theorie nicht mehr haltbar ist, stigmatisiert man sie als defekt, hirngeschädigt oder sonstwie krank und abnorm und macht so mit SUGGESTIVWIRKUNG die Probleme immer noch größer.

    In der Ich-kann-Schule habe ich am konkreten Beispiel gezeigt, dass und wie man Hyperaktivitäts-, Konzentrations- und ähnliche Probleme konkret praktisch löst durch – verstandenen – EIGENEN EINFLUSS. Das bedeutet bewusste AUTOSUGGESTION in Coué-Qualität. Selbstverständlich ist das nicht die einzige wirksame Hilfe.
    Die Ich-kann-Schule zeigt, dass Probleme immer als SACHprobleme erSCHEINen, aber keine SACHprobleme SIND. Die Pädagogik verbeißt sich immer in die SCHEINprobleme. Dadurch verursacht sie immer mehr neue Probleme und macht das SEINSproblem noch größer.
    Probleme SIND immer PERSÖNLICHE Probleme.
    Deshalb sorgt die Ich-kann-Schule für PersönlichkeitsWACHStum, dann wird der Mensch seinen Aufgaben GEWACHSEN und damit wäre das SEINSproblem auf dem Lösungsweg.
    Erfolg ist das, was erfolgt. Wenn in der Pädagogik die ErGEBnisse nicht stimmen, muss sie etwas ANDERES vorGEBen und nicht das Verkehrte immer noch sturer durchdrücken wollen.
    Die Probleme sind lösbar.
    Ich freue mich auf Euren Erfolg.
    Franz Josef Neffe

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