Psychopharmaka bei ADHS zu rasch verschrieben?

Psychopharmaka bei ADHS zu rasch verschrieben?Medikamente werden in immer größerer Anzahl verschrieben und verordnet und so hat sich die Anzahl der Verordnungen von Psychopharmaka im Jahr 2009 fast schon dramatisch verdreifacht. Dass das Gesundheitssystem auf wackeligen Beinen steht und immer höhere Beiträge Arbeitnehmer belasten, ist eine Tatsache. Verständlich, dass viele Menschen dies nicht einsehen, dass sie das ungerecht finden. Aber schaut man sich nur die Verdreifachung von Psychopharmaka an, so wird einem schnell bewusst, dass an diesem Gesundheitssystem ein zeitlicher Faktor nagt, der es zum Kippen bringen könnte. Steigerungen der Beiträge zur Krankenversicherung von 0,5 % werden gewiss nicht diese enormen Steigerungen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten auffangen können. Die Psychopharmaka werden in aller Regel bei der Behandlung von psychischen Störungen eingesetzt, sie kommen bei neurologischen Krankheiten und selten auch bei organischen Krankheiten zum Einsatz. Die Verdreifachung der Verordnung im Jahr 2009 zeigt sehr deutlich, dass der Umgang mit diesen Medikamenten selbst unter Ärzten wohl sehr locker genommen wird und die Schlussfolgerung, dass Psychopharmaka wirklich zu schnell verschrieben werden, ist nicht weit und durchaus berechtigt.

Besonders oft werden Antidepressiva verschrieben und die Frage darf gestellt werden, ob jeder der einen schlechten Tag oder eine schlechte Woche hatte, gleich ein Medikament braucht. Macht es wirklich Sinn für alles eine passende Pille zu haben und sich so eventuelle dem Alltag ganz bewusst zu entziehen? Es darf bezweifelt werden, dass Medikamente wie Psychopharmaka immer der richtige Weg sind, dass sie eine Möglichkeit sind, den Betroffenen wirklich und dauerhaft zu helfen. Ob zu häufig verschrieben oder nicht, die enorme Steigerung ist auffällig und subjektiv kann man diese Frage gewiss mit einem „Ja“ beantworten.

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