Ritalin bei Hyperaktivität

Ritalin bei Hyperaktivität

Ritalin kann Hyperaktivität nicht heilen. Lediglich die Symptome werden unterdrückt und damit minimiert. Inzwischen haben Studien belegt, dass es sogar zu nachhaltigen Verhaltensänderungen führen kann, wenn Ritalin zur Behandlung von Hyperaktivität eingesetzt wird und trotzdem wird der Wirkstoff Methylphendiat noch immer viel zu schnell verschrieben wenn Unruhe, Unkonzentriertheit und Impulsivität festgestellt werden. Das Schlucken der Tabletten stellt die Betroffenen ruhig, sie können sich für eine begrenzte Zeit lang besser konzentrieren und sind so den täglichen Aufgaben besser gewachsen. Das ist der Hauptgrund für das Verabreichen von Ritalin bei Hyperaktivität, denn keine andere Behandlungsmethode verspricht so schnell eine Verbesserung wie das verschreibungspflichtige Medikament.

Schnelle Verbesserung vs. langfristiger, nebenwirkungsfreier Behandlung

In unserer Gesellschaft sollen alle brav in der Masse mit schwimmen. Auffälligkeiten und Anderssein werden abwertend beurteilt und die Betroffenen erfahren nicht selten eine Ausgrenzung, weil sie anders sind. Mit Ritalin oder anderen Medikamenten lassen sich Verhaltensauffälligkeiten, die bei Hyperaktivität auftreten, schnell behandeln und damit passen die Betroffenen sich wieder an die Masse und damit an die Gesellschaft an. Doch das Einnehmen von Methylphendiat bleibt nicht ohne Nebenwirkungen und daher scheuen immer mehr Betroffene die kleine Pille und ziehen einen anderen, schwierigen Weg vor, bei dem andere Verhaltensweisen geübt werden und auch die Ernährung und der Tagesablauf oft gravierenden Veränderungen unterzogen wird.
Ein gut strukturierter Tagesablauf und das Abstellen von überflüssigen Reizen ist der erste Schritt bei einer Behandlung ohne Ritalin (siehe auch Alternativen zu Ritalin) und auch die Ernährungsgewohnheiten müssen häufig umgestellt werden, da Zusatzstoffe in den Fertiggerichten und ein Mangel an Nährstoffen die Symptome von Hyperaktivität verstärken. Eine zusätzliche Verhaltenstherapie soll dafür sorgen, dass Extremsituationen schneller erkannt und damit anders gelöst werden können und das Maßnahmenpaket erzielt langfristig gesehen, oft sehr gute Erfolgsquoten. Allerdings vergehen mehrere Wochen bis eine spürbare Veränderung eintritt, während Ritalin schon eine halbe Stunde nach der Einnahme für mehr Konzentration und damit Ruhe sorgt.
Allerdings kommt auch der Wirkungsabfall des Medikaments rasch und dann tritt nicht selten der sogenannte Rebound-Effekt ein. Die Betroffenen werden noch hibbeliger und unausgeglichener als sie ohne eine medikamentöse Behandlung wären und das belastet sie und ihr Umfeld natürlich noch mehr.

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