ADHS beim Hund

ADHS beim Hund

Fehlende Botenstoffe im Gehirn führen dazu, dass Reize nicht richtig verarbeitet werden können und von dieser Krankheit sind nicht nur Menschen betroffen. Bei Hunden lässt sich ADHS besonders gut beobachten, denn das Verhalten kranker Hunde unterscheidet sich sehr von dem ihrer gesunden Artgenossen.

Unruhe und Reizüberflutung

Während gesunde Hunde entspannt mal hier und mal da kurz schnüffeln und dazwischen geradeaus schauen und laufen, springt ein ADHS Hund wie gehetzt von einem Platz zum andern und inhaliert die Gerüche förmlich. Er kann seine Augen nicht lange auf eine bestimmte Stelle richten, sondern sein Kopf zuckt von einer Richtung in die andere. Zu einer Reizüberflutung kann es zwar auch bei gesunden Hunden kommen, wenn mehrere Reize ihnen gleichermaßen wichtig erscheinen, doch ADHS Hunde sind ständig einer Reizüberflutung ausgesetzt und damit kommt es häufig zu Übersprungshandlungen. Sie reagieren auch in ruhigen Situationen sehr heftig, denn nicht nur sichtbare Reize strömen auf sie ein, sondern auch Emotionen, Triebe und Gedanken.

Sie wollen perfekt sein und bleiben anscheinend ewig Junghunde

Im Gegensatz zu Menschen die ADHS Symptome aufweisen, die dann häufig auch negative Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, neigen betroffene Hunde dazu, ihrem Herrn alles recht machen zu wollen und das möglichst schnell. Da ihnen das nicht immer gelingt, sind sie frustriert und Übersprungshandlungen und Unruhe sind die Folge. Ihre Ungeduld und Energie wird nicht weniger, wenn sie ausgewachsen sind und so werden auch fünfjährige Hunde noch gern mit Junghunden verwechselt, die aufgeregt umhertollen und immer auf dem Sprung sind.

Die Behandlung

Bereits jetzt sind einige Medikamente auf dem Markt, die zur Behandlung von ADHS bei Hunden zugelassen sind. Zwar sind in Deutschland offenbar nur wenige Hunde von dieser Störung betroffen und nicht jeder zu Übersprungshandlungen neigender Hund muss behandelt werden, doch auch die Besitzer selbst können einiges für ihr Tier tun. Bleibt der Besitzer ruhig und schimpft den Hund nicht für sein Verhalten, wird der ADHs Hund weniger Reizen ausgesetzt und er kann selbst ruhiger bleiben. Damit bleibt auch die nächste Schimpfaktion aus und so wird ein negativer Kreislauf unterbrochen. Leider gibt es bisher nur wenige Tierärzte die sich mit dieser psychischen Störung bei Hunden näher auseinandergesetzt haben, aber die wenigen Ansprechpartner lassen sich gut über das Internet ausfindig machen.

Kommentare

  1. Hallo zusammen … ich bin überzeugt davon, dass ich einen solchen ADHS-Hund habe. Bevor ich zu dieser Überzeugung kam, habe ich alles probiert. Dann habe ich mich mit dem Verhalten von ADHS-Kindern auseinandergesetzt und die gleichen Merkmale gefunden. In dieser Unruhe-Periode, erscheinen beide – Hund wie Kind – als stünden sie unter Drogen. Teilweise erlebe ich sogar leicht autistische Züge, da ich das Gefühl habe, ihr soziales Umfeld in ihnen nicht so wichtig, als ihre Energie auszuleben. Ich – jedenfalls – werde mich nun langsam an dieses großes Feld herantasten und schauen, wie ich dem Hund – aber auch mir – helfen kann. Denn die Strapazen sind für beide enorm und bei mir kommt noch erschwerend dazu, dass ich nicht nur einen Hund habe und das ADHS-Verhalten auch Auswirkungen auf den Rest des Rudels hat. Schöne Grüsse von der Schwarzwaldwoelfin.

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