ADHS – ein altes Phänomen rückt in den Vordergrund

ADHS - ein altes Phänomen rückt in den VordergrundDass ADHS keine „moderne“ Krankheit ist, ist vielen Menschen nicht bekannt, doch die Krankheit gibt es nicht erst seit ein paar Jahren. Lediglich die Diagnosemöglichkeiten haben sich verbessert und früher wurden ADHS-Kinder einfach nur als Störenfriede abgestempelt.

Schlimmer noch: Man hielt die Symptome für Erziehungsfehler und führte die kurzen Aufmerksamkeitsspannen darauf zurück, dass keine Konsequenz in der Erziehung vorhanden war.

Noch heute ist es schwierig ADHS eindeutig zu diagnostizieren und viele Ärzte greifen nur zu gern zu Medikamenten, um die Kinder „ruhig zu stellen“. Natürlich gibt es Fälle, in denen die Gabe von Medikamenten eine sinnvolle Maßnahme ist, doch das ist nicht die Regel. Da ADHS erst ab einem Alter von etwa drei Jahren diagnostiziert werden kann und es verschiedene Auffassungen über die Auswirkungen der psychischen Störung gibt, ist nicht genau bekannt, wie viele Kinder und Jugendliche davon betroffen sind. Man geht aber davon aus, dass die Zahl in den letzen Jahren gestiegen sein könnte.

Laut dem Klassifikationssystem der amerikanischen psychiatrischen Vereinigung sind etwa neun Prozent aller Schulkinder von ADHS betroffen. Rein rechnerisch ist das pro Klassenzimmer mindestens ein Kind. Die Forschungen über ADHS im Erwachsenenalter sind ebenfalls noch nicht abgeschlossen und da die Symptome oft fehlinterpretiert werden, gibt es hier noch erheblichen Forschungsbedarf. Angststörungen, Depressionen, kurze Aufmerksamkeitsspannen, Hyperaktivität, Störungen des Selbstbilds und soziale Phobien gelten als Anzeichen für ADHS. Sie können aber auch andere Ursachen haben und jeder Betroffene reagiert anders auf die Krankheit. Da eine eindeutige Diagnose nicht immer einfach ist und viele Allgemeinärzte ihre Patienten nicht zu Spezialisten schicken, bleibt die Krankheit noch heute oft unentdeckt und man versucht mit rein erzieherischen Maßnahmen dagegen anzugehen. Natürlich helfen feste Strukturen den Betroffenen, doch nicht immer lassen sich Wutanfälle damit komplett vermeiden. Die ganze Familie muss mitziehen, damit ADHS im Alltag möglichst selten zu Stress im Alltag führt und nur wer weiß, dass eine Störung vorliegt, kann auch dementsprechend darauf reagieren.

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