ADHS und Depression

ADHS und Depression

ADHS-Patienten wissen genau, dass sie anders sind als andere. Oft wird ihre Störung lange nicht erkannt, was zu einem langen Leidensweg führt. Depressionen sind dann eine weitere seelische Erkrankung, die fast unweigerlich zutage tritt und das liegt zum einen am nur schwachen Selbstwertgefühl und zum andern kann es auch genetische Ursachen dafür geben.

„Ich bin schlecht und kann nichts“

Eine Depression zeigt sich durch eine gedrückte und niedergeschlagene Stimmung. Grübeln und pessimistische Gedanken bestimmen den Alltag und Freude oder Genuss können nicht mehr richtig empfunden werden. Bereits das Aufstehen am Morgen fällt Betroffenen extrem schwer und die oft beschriebene bleierne Schwere führt zu immer mehr Grübeleien. Personen in einer Depression sehen sich selbst als unfähig und glauben, dass sie nichts richtig machen. Der Fokus richtet sich immer mehr auf die negativen Ereignisse und wenn zusätzlich ADHS persönliche Erfolge erschwert, wird die eigene Unfähigkeit überdeutlich. Da mit einer Depression Schlafstörungen einhergehen, die zusätzlich Konzentrationsschwierigkeiten verursachen, werden die ADHS Symptome noch weiter verstärkt und der Betroffene sieht sich in seiner negativen Denkweise nur noch bestärkt.

ADHSler sind von der Stimmung anderer abhängig und suchen ständig den „Kick“

Häufig kann beobachtet werden, dass ADHSler ihre Stimmung wechseln, je nachdem mit welcher Person sie gerade Kontakt haben. Sie reagieren auf die äußere Stimmung und achten mehr auf ihre Umwelt als auf ihre innere Stimme. Der Mandelkern im Gehirn (Amygdala) ist neurologisch dafür verantwortlich, welche Bereiche aktiviert werden und wenn eine Situation als negativ bewertet wurde, bleibt der Bereich im Gehirn stumm, der für Motivation zuständig ist. Gleichzeitig spielt das Belohnungs- und Suchtzentrum eine große Rolle, denn ADHSler suchen ständig nach dem nächsten Kick, der das Belohnungssystem in Gang setzt und wenn das nicht gelingt, verfallen Betroffene in eine düstere Stimmung.

Behandlungsmöglichkeiten

Medikamente, die den Serotoninspiegel beeinflussen, sind eine Möglichkeit um Depressionen zu behandeln. Die sogenannten Antidepressiva bewirken, dass nicht mehr alles negativ gesehen wird, doch natürlich haben sie wie alle Medikamente auch Nebenwirkungen. Es gibt aber auch andere Methoden, die bei einer Depression helfen können, doch dazu muss der Betroffene selbst einiges leisten. Wichtig ist vor allem, dass die Depression als solches erkannt wird, denn erst danach kann ein Gespräch mit einem Vertrauten angestrebt werden, das als wichtiger erster Schritt gilt.

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