Cannabis bei ADHS

Cannabis bei ADHS

Im Juni 2010 veröffentlichten Wissenschaftler verschiedener Universitäten die Ergebnisse einer Studie, bei der Cannabis zur Behandlung von ADHS-Symptomen eingesetzt wurden. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Delta-9-THC, ein Cannabis-Stoff,  eine deutliche Verminderung der Auffälligkeiten erreichen kann und das ohne Nebenwirkungen zu verursachen. Die Forscher erklärten, dass im Fall eines 15jährigen Jungen mit ADHS und einem behandlungsrefraktärem Tourette die Gabe von THC dazu geführt hat, dass mehr Nervenreize in der Gehirnrinde übertragen werden. Der Junge litt nach der Gabe wesentlich weniger unter den für Tourette bekannten Tics und diese Tatsache lässt auch andere Betroffene hoffen.

Ein konkreter Fall

Handel und Gebrauch von Cannabis sind in Deutschland verboten. Trotzdem konsumieren viele ADHS-Patienten THC und stellen dabei fest, dass sie ruhiger werden und sich besser konzentrieren können. Rein medizinisch ist bereits erwiesen, dass Cannabis bei ADHS helfen kann, doch ob und in welchem Umfang unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, ist noch zu wenig erforscht. Schon 2007 wurde in einer Fachzeitschrift für Gerichtsmedizin ein Bericht veröffentlicht, der beschreibt wie einem ADHS-Patienten der Führerschein entzogen wurde, weil er unter Einfluss von Cannabis am Steuer erwischt wurde. Er sollte bei einem Mitarbeiter des Instituts für Verkehrsmedizin vorsprechen und das ohne vorher Cannabis konsumiert zu haben. Er erschien dem Mitarbeiter extrem angespannt, nervös und hektisch. Im Verlauf des Gesprächs wurde er zunehmend aggressiv und sagte, dass ihm bereits früher THC verschrieben worden sei. Zu einem zweiten Gespräch erschien der Betroffene dann unter Einfluss von THC und wirkte ruhig, gefasst und aufmerksam. Tests bestand er mit durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Ergebnissen. Hinzugezogene Wissenschaftler waren sich schnell einig, dass Cannabis die ADHS Symptome mildern kann, allerdings ist man sich noch nicht sicher, wie sich der Genuss von THC im Alltag auswirken kann.

Die rechtliche Lage ist unsicher

Cannabis kann zwar ärztlich verschrieben werden, doch es gibt keine Gerichtsurteile darüber, ob der Patient dann noch am Straßenverkehr teilnehmen darf oder seinen Arbeitsplatz behält. Die Medizin muss hier noch einige Studien betreiben um zu einem einhelligen Ergebnis zu kommen und bis dahin gilt noch immer, dass Cannabis im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz nichts zu suchen hat und auch die ärztlich verordnete Einnahme nicht vor Strafe schützt.

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