Hyperaktivität bei 1 jährigen

Hyperaktivität bei 1 jährigen

Um den ersten Geburtstag herum werden Kinder selbstständig und lernen laufen. Ihr Wirkungsradius vergrößert sich dadurch und sie entwickeln Ziele und Absichten. Das Telefon auf dem Tisch oder die Vase im Flur können plötzlich selbstständig erreicht werden und wenn die Eltern eingreifen, bekommt der Nachwuchs  schnell schlechte Laune. Quengeln auf Mamas Schoß und ein unruhiges Herumrutschen auf dem Kinderhochsitz sind die Folge und schon denken die ersten Erwachsenen an Hyperaktivität. Lebendige Kinder, die ihre Umgebung erforschen wollen und ihren eigenen Willen entwickeln, sind aber noch lange nicht hyperaktiv und das macht eine korrekte Diagnose im Kleinkindalter extrem schwer.

Der erste Geburtstag ist ein großer Schritt in Richtung Freiheit

Während der ersten Lebensmonate ist ein Mensch auf intensive Hilfe angewiesen. Schon das Heben des eigenen Kopfes ist eine Kraftanstrengung und erst langsam lernen die Babys sich zu drehen oder zu krabbeln. Mit einem Jahr lernen die meisten dann das Laufen und ab diesem Zeitpunkt steht einem Menschen die Welt offen. Kinder, die vorher relativ ruhig waren, entwickeln nun eine ungeheure Energie und wollen auf eigene Faust die Welt erkunden. Für junge Eltern bedeutet das natürlich Stress, denn auch im eigenen Zuhause lauern viele Gefahren. Sie wollen ihr Kind davor schützen und dem Nachwuchs fehlt das Verständnis dafür. Es kommt zu Meinungsverschiedenheiten und das Kind wird unruhig und laut. Solange dieses Verhalten nicht überhandnimmt, liegt sicher keine Störung vor, doch wenn das Kind über einen längeren Zeitraum besonders aktiv ist und sich stark von Altersgenossen unterscheidet, sollten Eltern genauer hinsehen.

Hyperaktivität kommt nicht plötzlich

Kinder werden nicht plötzlich hyperaktiv, nur weil sie laufen können und die Welt entdecken. Unruhe ist bei ihnen schon vorher zu spüren und oft litten sie in den ersten Monaten an Essstörungen, Koliken und Schlafproblemen. Diese Anzeichen wirken sich natürlich auch auf die Eltern aus und eine gestresste Mama überträgt ihre „schlechte“ Laune automatisch auf das Kind. Beide werden unruhig und eine vorhandene Neigung zur Hyperaktivität kann sich schnell entwickeln. Wenn Eltern aber über einen Zeitraum von sechs Monaten beobachten können, dass ihr Kind sich auffällig verhält und nie richtig zur Ruhe kommen kann, sollte ein Besuch beim Facharzt in Erwägung gezogen werden. Je früher hyperaktiven Kindern geholfen werden kann, desto entspannter können sie erwachsen werden.

Kommentare

  1. Simona Nardi meint:

    das problem heute ist in meinen augen nicht so sehr, dass kinder nicht mehr das dürfen was sie früher durften, oder können was man früher von ihnen verlangt hat, sondern dass wir heute meinen sie dürfen nie quengelig sein, nie schlechte laune haben, und alles was ihnen nicht passt muss von uns vermieden werden…

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