Mein Partner hat ADHS!

Mein Partner hat ADHS!

Viele ADHSler werden erwachsen und gründen Familien, bevor ihre Krankheit erkannt wird. Nicht selten treten zwar Probleme am Arbeitsplatz auf und auch der Partner spürt, dass er es mit einem sehr impulsiven Menschen zu tun hat, doch wenn dann die Diagnose gestellt wird, bricht eine Welt für ihn zusammen. Mein Partner hat ADHS ist ein Thema, das wesentlich mehr Menschen beschäftigt als man annehmen könnte und das Leben mit der Störung kann eine Beziehung durchaus zerstören, vor allem wenn bereits Kinder vorhanden sind, die erzogen werden sollen.

Wie äußert sich ADHS bei Erwachsenen?

Unkonzentriertheit und impulsives Verhalten sind zwei Merkmale, doch auch Inkonsequenz bei der Kindererziehung, Probleme am Arbeitsplatz und eine extrem große Begeisterungsfähigkeit, die ebenso schnell auftritt wie sie nachlässt, sind oft Anzeichen, die auf ADHS bei Erwachsenen hindeuten. Viele betroffene Männer verbringen auch einen großen Teil ihrer Freizeit vorm Computer und sie reagieren häufig nicht so, wie verantwortungsbewusste Partnerinnen und Mütter es von ihnen erwarten. Das Kind wird nicht richtig beaufsichtigt und kann vieles selbst entscheiden, was dazu führt, dass die Kinder nicht auf den Elternpart mit ADHS hören und die Schuld dafür versuchen die Betroffenen dann natürlich ihrem Partner zu geben. Streit ist an der Tagesordnung und die Betroffenen wie deren Partner fühlen sich nie richtig entspannt.

Der Wille zur Veränderung muss gegeben sein

Wenn bei einem Erwachsenen ADHS Symptome festgestellt werden, ist das für den Betroffenen und sein Umfeld meist ein großer Schock. Doch wenn die Nachricht verdaut ist, sollten Paare sich gemeinsam hinsetzen und besprechen wie mit der Störung umgegangen werden soll. Medikamente und eine Verhaltenstherapie können die Verhaltensmuster schnell aufbrechen und auch offene Worte in Stresssituationen müssen erlaubt sein. Stimmungsschwankungen werden aber trotz medikamentöser Behandlung nicht von heute auf morgen verschwinden und auch der Computer als Mittel zur Hyperfokussion wird weiterhin eine große Rolle im Leben des Betroffenen spielen. Die unkonventionelle Art zu denken, wird ebenfalls nicht ausbleiben, doch nur wer sich behandeln lassen will, kann dem Teufelskreis entfliehen und sein Leben annähernd normal gestalten. Der Wille etwas ändern zu wollen, muss vom Betroffenen selbst ausgehen, denn nur dann hat eine Beziehung mit einem ADHSler gute Zukunftschancen. Schließlich muss an jeder Beziehung gearbeitet werden und das nicht nur, wenn einer von beiden unter ADHS leidet.

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